Eine Show wie „Tokio Vice„kommt nicht allzu oft vor. Die Max-Krimiserie, die auf den wahren Begebenheiten rund um Jake Adelsteins Zeit als amerikanischer Reporter in Tokio basiert und deren zweite Staffel von einem japanisch geprägten Finale geprägt ist (veröffentlicht am vergangenen Donnerstag), ist unglaublich vielversprechend – und ich will nur mehr.
Einmal mehr steht das Japan der 1990er-Jahre im Vordergrund, eine verlockende Welt mit einer ganz eigenen Kultur, die „Tokyo Vice“ bis zum bitteren Ende in eleganten und faszinierenden Details einfängt. Eine mit Ehre und Respekt regierte Unterwelt wird durch das stets geschäftige Innenleben der damaligen Spitzenzeitung gestützt, die beide ein klares Verständnis für Japans strengen Ethikkodex vermitteln.
Charaktere wie Shinzo Tozawa (Ayumi Tanida) und Emi Maruyama (Rinko Kikuchi) bringen brillantes Leben und Lebendigkeit in die Besetzung und zeigen in ihren jeweiligen Bereichen ihre eigene Form der Rücksichtslosigkeit. Und natürlich, wie kann man Ken Watanabes Auftritt als Hiroto Katagiri, den stets loyalen und hart arbeitenden Detektiv im Zentrum eines von Kriminalität wirbelnden Japans, nicht lieben?
Bei diesem Ausflug in die neondurchfluteten Straßen Tokios gibt es so viel zu lieben. Wie ich sind viele vielleicht neugierig auf die Zukunft und darauf, was aus den immer noch unverbundenen Story-Beats werden könnte, die inmitten von „Endgame“ auf der Leinwand zu sehen sind. Es erwarten Sie Spoiler zur zehnten und letzten Folge von „Tokyo Vice“. Trinken Sie also unbedingt eine warme Tasse Tee und erleben Sie das epische Finale selbst, bevor Sie fortfahren.
Ein aufregender (und mörderischer) Höhepunkt

Im Mittelpunkt des Abschlusses dieser Staffel steht der immens überraschende (und dennoch einigermaßen ehrenvolle) Tod von Shinzo Tozowa, dem führenden Verbrecherboss, der Japans von den Yakuza regierte Unterwelt übernehmen will. Tozawa, der durch eine schaurige Darbietung von Tanida zum Leben erweckt wird, blieb in den ersten paar Folgen dieser Staffel aus, kehrte aber mit einem erschreckenden Selbstvertrauen und neuem Lebensgefühl in die Serie zurück.
Dies fand jedoch in den letzten Minuten von „Endgame“ ein schnelles Ende, als Tozawa sich das Leben nahm, nachdem er den größeren Yakuza-Clans als krimineller Informant des FBI entlarvt worden war. Auch wenn „Tokyo Vice“ nur lose auf der Realität basiert, bewegt es sich dennoch auf einem schmalen Grat der Dramatik und bleibt dabei sowohl der realen Geschichte als auch der japanischen Kultur treu.
„Aber denken Sie auch daran, die Show ist Fiktion. Wenn wir also über Authentizität sprechen, geht es um das, was möglicherweise hätte passieren können, was nicht so aussieht, als ob es auf einem Missverständnis der Kultur beruht.“
Alan Poul
Auf die Frage nach Tozawas schockierendem Tod in einem Interview mit Der Hollywood-ReporterAlan Poul, ausführender Produzent von „Tokyo Vice“, erklärt, dass „die Serie Fiktion ist“. Trotz dieses fiktionalen Charakters ist es den Machern der Serie gut gelungen, der Authentizität der Yakuza und Japans im Großen und Ganzen treu zu bleiben.
Und während Freundschaften geschlossen werden und die Charaktere getrennte Wege gehen, wird in den letzten Momenten klar, dass „Tokyo Vice“ und seine brillante Besetzung noch nicht fertig sind. Trotz Tozawas Tod gibt es immer noch viel zu erzählen über die nun immer blühende Welt der Yakuza und darüber hinaus, aber wohin die Geschichte als nächstes führen könnte, bleibt unklar.
Wohin Adelsteins Abenteuer führt
Da Tozawa nun nicht mehr von der Bildfläche ist, muss Serienstar Jake Adelstein (Ansel Elgort) eine neue Geschichte finden, die er durch die kriminellen Straßen Tokios verfolgen kann. In der Schlusseinstellung teilen Adelstein und Katagiri einen schönen Moment, der ihre scheinbar unnatürliche Bindung hervorhebt und zeigt, wie weit das Duo seit ihrer ersten unangenehmen Begegnung gekommen ist.
Natürlich endet die Show gekonnt mit dem augenzwinkernden Versprechen, dass noch mehr folgen wird – und ich jedenfalls werde atemlos auf ihre Rückkehr warten. Wie unter den Beste Shows auf Max„Tokyo Vice“ ist eine wahre Liebeserklärung nicht nur an Fans von Krimis und Polizeikriminalität wie „Miami Vice“, sondern auch an Japan und seine zutiefst reiche Kultur.
Es ist unklar, wie eine dritte Staffel aussehen könnte, aber Serienschöpfer und Autor JT Rogers hat bereits eine geplant und ist „einsatzbereit“. Im selben Interview mit THR deutet Rogers eine dritte Staffel von „Tokyo Vice“ an, die „voller Wendungen sein wird“, was langjährige Fans der Serie beruhigen dürfte.

Eines ist sicher: Bis wir diesen fachmännischen Einblick in die kriminelle Unterwelt Japans noch einmal erleben werden, müssen wir sicherlich noch lange warten. Zwar gibt es mehr als genug, um uns zu beschäftigen, nämlich „3 Body Problem“ von Netflix und die kommende zweite Staffel von „House of the Dragon“, doch nur wenige oder gar keine Alternativen werden in der Lage sein, den gleichen liebevollen Blick auf einen der faszinierendsten Orte der Welt einzufangen – wenn es jedoch etwas gibt, das ich empfehlen kann, dann „Shogun“ auf Hulu.
Sowohl „Tokyo Vice“ als auch „Shogun“ haben es gut geschafft, der reichen Geschichte Japans treu zu bleiben und dennoch eine unglaubliche Geschichte zu bieten, der man oft mit Spannung folgen kann. Weitere Shows wie diese sollten diesem Beispiel folgen und dieses atemberaubende Land hervorheben, das sich weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet hat – und ich werde in stiller Meditation abwarten, um zu sehen, wo die nächste Reise nach Japan im Vordergrund steht – bis zur Rückkehr von „Tokyo Vice“.
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